ausgeschnitten und aufgeklebt

ausgeschnitten und aufgeklebt
Über den Umgang mit Schrift in der DDR

Vom 4. Juli bis 26. August 2016 zeigte das Druckgrafische Museum Pavillon-Presse in Weimar eine Ausstellung, die sich mit der Schriftgestaltung in der DDR befasste.
Von der Antiqua über die Grotesk bis hin zu Fraktur und Rotunda: Der Umgang mit Schrift war in der DDR mannigfaltig. Schrift wurde geschrieben, gezeichnet,­ gemalt, gesetzt – und geschnitten und geklebt. Gebrauchsgrafiker wie Klaus Wittkugel, Werner ­Klemke, Albert Kapr, Axel Bertram oder Sonja und ­ Gert Wunderlich, die das visuelle Erscheinungsbild­ der DDR maßgeblich mitprägten, versuchten trotz materieller Engpässe und zuweilen staatlicher­ Be­vormundung ihren hohen Ansprüchen gerecht zu werden.
Das Museum zeigte Alltagsdruck­sachen wie Plakate, Bücher, Signets­ und Schilder­ aus vierzig Jahren DDR-Geschichte, die von der­ Viel­falt im Umgang mit Schrift zeugen.

Das Plakat greift das Layout eines Typofix-Bogens des Grafischen Spezialbetriebes Saalfeld auf. Für die Layoutarbeit in der DDR waren solche Abreibebuchstaben unverzichtbar. Die Buchstabensets waren mit verschiedenen Schriftarten, Schnitten und Größen erhältlich, die auf selbstklebende Trägerfolien gedruckt waren. Sie wurden auf dem Layout platziert und durch Druck auf das Papier übertragen.

Plakatgestaltung
Zweifarbiger Offsetdruck
2016

Typofix-Bogen des Grafischen Spezialbetriebs Saalfeld mit einem Schriftschnitt der Maxima von Gert Wunderlich